Wer durch die regionalen Getränkemärkte in Franken streift, stolpert immer häufiger über eine Flasche, die optisch aus der Reihe tanzt: die Laternenflasche. Darin steckt der Cupulino aus Ulsenheim, ein Secco, der nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch durch sein ehrliches Konzept überzeugt.
Das Besondere? Cupulino setzt konsequent auf Regionalität. Man findet ihn in keinem anonymen Supermarktregal am anderen Ende Deutschlands, sondern dort, wo er hingehört: in den heimischen Getränkeläden. Ich habe den Cupulino auf der Freizeitmesse in Nürnberg gekostet und bin begeistert.
Die Fakten
- Herkunft: Ulsenheim (Mittelfranken).
- Verpackung: Die markante Laternenflasche.
- Pfand: 30 Cent, ein klares Statement für Mehrweg.
- Ausblick: Für alle, die den Geschmack ohne Umdrehungen suchen, ist bereits eine alkoholfreie Version in den Startlöchern.
Exkurs: Das Paradoxon der Pfandsysteme
Während Cupulino mit 30 Cent vorangeht, krankt das deutsche Pfandsystem an einer veralteten Struktur. Schauen wir uns das mal genauer an:
Die 8-Cent-Falle bei Bierflaschen
Jeder kennt sie: Viele lassen sie stehen. Die klassische Bierflasche bringt mickrige 8 Cent–Pfand ein. Das Problem? Für viele Menschen ist dieser Anreiz zu gering, um die Flasche zurückzubringen. Sie landet im Müll oder bleibt in der Natur liegen.
Würde man das Pfand auf 25 Cent (wie bei Einweg-PET) anheben, stünden die Brauereien vor dem Ruin. Weshalb? Weil sie dadurch den immensen Wert ihres aktuellen Flaschenpools in der Bilanz neu bewerten müssten, und der daraus folgende Rücklauf die Logistik massiv verteuern würde. Zudem müssten sie Milliarden in neues Leergut investieren.
Wie wäre es mit einer Lösung über das Etikett? Anstatt die Flasche preislich höher zu positionieren, könnte ein spezielles, fälschungssicheres Pfandsiegel den Wert flexibel steuern, ohne das System der Standardflasche zu sprengen.
Weshalb sind Weinflaschen eigentlich pfandfrei?
Ein beispielloses Mysterium zeigt sich im Getränkeregal: Während jedes Wasser und jedes Bier bepfandet wird, bleibt die Weinflasche (und meist auch der Sekt) außen vor.
Die Gründe dafür sind historisch und logistisch bedingt:
- Formenvielfalt: Während Bier auf Standardformen (Euro- oder NRW-Flasche) setzt, nutzt nahezu jedes Weingut eine individuelle Form (Schlegel, Burgunder, Bocksbeutel). Ein gemeinsamer Pool ist kaum logistisch realisierbar.
- Verschmutzung: Weinrückstände (Weinstein) lassen sich schwerer reinigen als Bierrückstände. Die Spülprozesse müssten deutlich aggressiver sein.
- Die Rechtslage: Das deutsche Verpackungsgesetz nimmt Wein- und Spirituosenflaschen bisher explizit aus der Pfandpflicht aus, um kleine Winzerbetriebe vor den enormen Kosten der Rücknahmesysteme zu schützen.
Cupulino zeigt mit seinen 30 Cent auf der Laternenflasche, dass es auch anders geht. Dieses Investment dient dem Kreislauf – Ein Grund mehr, beim nächsten Besuch im Getränkeladen einen genaueren Blick darauf zu werfen.
Weingut Meier-Schmidt
Ulsenheim 19
D-91478 Markt Nordheim
+49 9842 953930
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